„Strategien zu Ende denken“

9. Juli 2019

Unternehmensrunde mit dem ehemaligen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug:

  • Rund 140 Gäste bei H/W/S Fuhrmann in Korb
  • Zur Formel 1: „Wenn 20 Formel 1-Autos fahren, bleiben 20 Millionen Autos in der Garage.“
  • Lorek: „Harte Verhandlungen zum Doppelhaushalt stehen an.“

Korb. Die Unternehmensrunde im Wahlkreis Waiblingen, zu der der CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Lorek gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft H/W/S am 1. Juli 2019 nach Korb eingeladen hatte, widmete sich in diesem Jahr unter dem Titel „Mobilität – Wandel im Renntempo?“ der Frage nach der Mobilität der Zukunft. Welche Verkehrsträger spielen eine Rolle? Wie lassen sich diese miteinander verzahnen? Wie erreichen wir einen klimaneutralen Individualverkehr? Wie schnell schaffen wir das? Und wie passt eigentlich Rennsport noch in die heutige Zeit, in der sich so viele für Klimaschutz einsetzen? Diesen Fragen widmete sich der gelernte Journalist und ehemalige Mercedes-Motorsportchef, Norbert Haug, in seinem Vortrag. Investitionen in Forschung und Entwicklung seien nötig, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Dies betonte auch Lorek.

In seiner Begrüßung schilderte der Landtagsabgeordnete einige aktuelle Entwicklungen in der Landespolitik, u.a. die Arbeiten für den kommenden Doppelhaushalt des Landes. Im Lichte der abschwächenden Konjunktur unterstrich Lorek, dass an den richtigen Stellen angesetzt werden müsse.
Geschäftsführer Holger Fuhrmann der H/W/S in Korb ging anschließend auf die Entwicklung seiner Niederlassung ein, die sich 2018 in ihrem Neubau in Korb ansiedelt hat. Die Standortwahl sei auch ein klares Bekenntnis zur Region. H/W/S wurde bereits mehrfach von Focus Money und in weiteren Vergleichen für ihre Leistungen in der Steuerberatung sowie als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet. Langfristige Qualität zu bieten sei Anspruch des Unternehmens, so Fuhrmann. Dabei stehe der Kunde als Mensch im Vordergrund.

Haug begann seinen Vortrag mit einem kleinen Imagefilm zu seiner Zeit in der Formel 1, der in den Gästen sichtlich Erinnerungen hervorrief. Willenskraft und Begeisterung seien die Grundsteine für Spaß und Erfolg, auch bei schwierigen Aufgaben, so Haug.

Anschließend widmete er sich dem Wandel der Mobilität. Der Vortrag wurde von Siegfried Lorek moderiert. Insgesamt habe er den Eindruck, dass an vielen Stellen die Strategie in der Verkehrspolitik nicht ganz zu Ende gedacht sei. Es fehle ein klarer Plan, der den angestrebten Mobilitätsmix definiere und den Weg dahin beschreibe. Außerdem müssten Technologien in Sachen Nachhaltigkeit auch mit Blick auf die Produktion bewertet werden. Deshalb seien moderne Verbrennungsmotoren auch in Zukunft noch wichtig.

Mehr Fahrradverkehr sei wünschenswert, dafür müssten aber zuerst die notwendigen Radwege gebaut werden. Im Mischverkehr sei es schlicht zu gefährlich. In Sachen Technologien habe Haug großes Vertrauen in den Industriestandort Deutschland und in das Know-how der Menschen. Allerdings müsse hier Tempo gemacht werden. „Mitschwimmen reicht nicht.“, meint Haug. Deshalb brauche es eine ganzheitliche Strategie. „Wenn wir in der Formel 1 nicht jeden Aspekt durchdacht hätten, hätten wir nichts gewonnen.“, stellte Haug fest. Auf die Frage, wie Formel 1 und Umweltschutz zusammenpassen, sorgte er für einen Lacher und sagte: „Wenn 20 Formel 1-Autos fahren, bleiben 20 Millionen Autos der Zuschauer in der Garage.“ Von daher ließen sich Formel 1 und Umweltschutz schon miteinander vereinbaren.

Zum Abschluss hob er noch die Bedeutung guter Mitarbeiterführung in Unternehmen hervor: „Im Team kann man alles sein.“ Dem stimmte auch Holger Fuhrmann zu. Beim Bau des neuen Standorts habe man insbesondere auch gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen wollen. Auf Basis der Rückmeldungen scheine dies gelungen zu sein.

Beim darauffolgenden Stehempfang wurden Kontakte geknüpft und Ideen ausgetauscht. Dabei konnten die Gäste auch die Werke von Volker W. Hamann bestaunen. Die Arbeit des Künstlers zeichnet sich dadurch aus, dass die Werke mittels Motorsäge in Plexiglasscheiben gefräst sind.

Zur Unternehmensrunde im Wahlkreis Waiblingen wird vom CDU-Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek einmal im Jahr eingeladen. 2016 fand die Veranstaltung bei der SDK-Versicherung mit Jens Spahn statt, 2017 bei Stihl mit Friedrich Merz und 2018 bei H.P. Kaysser mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.